Öffentlichkeitsauftrag: Stärkung von Gemeinwohl und Gemeinsinn in weltanschaulich Pluralen Gesellschaften

Die Säkularisierung ist ein ebenso wesentlicher, wie herausfordernder Faktor fortschreitenden soziokulturellen Wandels. Indem sie altgediente Orientierungsselbstverständlichkeiten auflöst, stellt sie uns tagtäglich vor neue Herausforderungen, denn unsere Lebenswelten werden immer stärker geprägt durch hohe Komplexität und Eigendynamik. Das bedeutet Gefahr und Chance zugleich. Altehrwürdige, etablierte Institutionen merken, wie ihre bisherigen Orientierungsansätze massiv an Orientierungskraft und dementsprechend an Zuspruch verlieren. Da sie noch nie mit einer derart veränderten Situation konfrontieren wurden, fehlt selbst ihnen jegliche Erfahrung, darauf ein- und damit umzugehen …

… und Unkenntnis führt nicht selten zu Berührungsängsten und Widerständen. Der Blick zurück in die Vergangenheit als eine Quelle zur Bewältigung der Zukunft macht Sinn, an ihr festzuhalten, jedoch nicht. Hier soll das Institut für säkulare Ethik IFSE ansetzen, denn der säkularisierungsbedingte Wandel eröffnet völlig neue Chancen und Potentiale zur Stärkung von Gemeinwohl und Gemeinsinn in Staat und Gesellschaft. Das Potential besteht in der wachsenden Gruppe der Konfessionsfreien. In manchen Kantonen ist sie bereits grösser als die der Katholiken und Reformierten. Auch Konfessionsfreie wollen und können sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl engagieren und Gemeinsinn prägen, nicht auf religiös-moralischer, sondern auf säkular-ethischer Grundlage.

Es mag wenig bekannt sein, aber leider betrachtet das Staat-Kirche-Verhältnis säkulare Freiwilligenarbeit und Sinnressourcen wider Erwarten nicht als willkommenen Gemeinwohlbeitrag in einer zunehmend säkularen, religiös-weltanschaulich pluralen Gesellschaft, sondern als “Konkurrenz” gegenüber welcher sich Kirchen zu behaupten hätten und um dies den Kirchen zu erleichtern, erhalten diese Kirchensteuern juristischer und natürlicher Personen, staatliche Kostenbeiträge und weitere Vorteile. Wenn es für die langfristige Aufrechterhaltung sozialen Engagements einer finanziell existenzsichernden Unterstützung bedarf, was nachvollziehbar ist und wovon auch Staat und Kirche ausgehen, dann besteht eine Problematik im engen Staat-Kirche-Verhältnis darin, dass es soziales Engagement säkularer gemeinnütziger Organisationen  für nicht förderungswürdig hält. Gerade in Anbetracht des zunehmenden konfessionsfreien Bevölkerungsanteils erscheint diese religions- und kirchenfixierte Sozialpolitik für gemeinwohlhinderlich. Das Institut hat den Öffentlichkeitsauftrag, dies sichtbar und erkennbar zu machen, damit Säkularität  und die säkulare Gesellschaft als Ressource für Gemeinwohl und Gemeinsinn vom Staat anerkannt und gefördert wird.

Entkirchlichung der Gesellschaft und Verkirchlichung von Religion

Säkularisierung gilt als eine Art Emanzipationsprozess, durch den sich Mensch und Gesellschaft aus religiösen oder kirchlichen Kontrollen mit ihren starren, vordiktierten Menschen- und Weltbildern befreien. Die Selbstverständlichkeiten bisheriger kirchlich-religiöser Orientierung und des Staat-Kirche-Verhältnisses fallen weg, aber die Suche nach Orientierung, sowie die Aufgabe des Staates, die gesamte – heute zunehmend konfessionsfreie Bevölkerung – in ihrem Bestreben nach Gemeinwohl und Gemeinsinn zu fördern, bestehen nach wie vor. Welche Bezugs- und Orientierungspunkte gewinnen gesamtgesellschaftlich zunehmend an Bedeutung für Werte, Identität und Kultur und was bedeutet das für das Staat-Kirche-Modell? Das Institut für säkulare Ethik IFSE vertritt folgende dei Thesen: …

Übergang von Religiosität zu Säkularität als bedeutendstem Orientierungspunkt

Der Prozess der Säkularisierung führt
– von Religiosität zu Säkularität als gesamtgesellschaftlich wichtigstem Bezugs- und Orientierungspunkt.
– Säkularität schafft Raum für säkulare Ethik und Ethik ist heute gesamtgesellschaftlich wichtiger als Religion.
– Säkulare Ethik legitimiert säkulare Werte, stiftet säkulare Identität und prägt säkulare Kultur.

Verankerung auf Gesetzes- und Verfassungsstufe

Säkularität als neue vorstaatliche Kraft, auf die der “freiheitlich säkularisierte Staat” (Böckenförde-Diktum) nicht verzichten kann, erhält dadurch die Bedeutung eines wesentlichen Strukturmerkmals der Gesellschaft, das es auf Verfassungs- und Gesetzesstufe zu verankern gilt. Dem Weg dorthin dient

Säkulares Change Management.

Hierfür steht das

Institut für säkulare Ethik IFSE.

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