Ludwig Feuerbach und Säkularisierung

IFSE: Herr Feuerbach, das Institut sieht in der Säkularisierung den Übergang von Religiosität zu Säkularität als gesamtgesellschaftlich bedeutendster Bezugs- und Orientierungspunkt. Was sagen Sie dazu?

 

“Die Geschichte der Menschheit besteht in nichts anderem als einer fortgehenden Überwindung von Schranken, die zu einer bestimmten Zeit für Schranken der Menschheit und darum für absolute, unübersteigliche Schranken gelten. Die Zukunft enthüllt aber immer wieder, daß die angeblichen Schranken der Gattung nur Schranken der Individuen waren. Die Geschichte der Wissenschaften, namentlich der Philosophie und Naturwissenschaften liefert hierfür die interessantesten Belege.”

Ludwig Feuerbach

(1804 – 1872), deutscher Philosoph

 

 

ÖFFENTLICHKEITSAUFTRAG Institut für säkulare Ethik IFSE
Dieser Beitrag ist Bestandteil des Öffentlichkeitsauftrages des Instituts für säkulare Ethik IFSE: Das Sichtbarmachen des soziokulturellen Wandels durch die Säkularisierung und seiner Berücksichtigung auf Verfassungs- und Gesetzesstufe.

Wandel
Gleichgültig in welchem Bereich, Wandel bedeutet Zeit der Veränderung und der Übergange. Wer die Unsicherheit eines Wandels beheben will, fragt nach dem Woher und dem Wohin. Die Antwort und Erkenntnis des in diesem Bereich forschenden Instituts lautet

  1. Übergang von Religiosität zu Säkularität als gesamtgesellschaftlich bedeutendstem Bezugs- und Orientierungspunkt,
  2. Übergang von religiöser, religionsgemeinschaftlich-engführender Moral zu säkularer, gesellschafts-offener Ethik und
  3. Übergang von christlich-religiöser Leitkultur zu säkular-liberaler Differenzkultur.

Ziel dieses Sichtbarmachens
Der Staat soll die durch die Säkularisierung entstandenen Chancen und Potentiale dieses Wandels in Form von Gemeinsinn und Gemeinwohl auf gesamtgesellschaftlicher Ebene erkennen, anerkennen und fördern durch ihre Verankerung auf Verfassungs- und Gesetzesstufe, zum Wohl der gesamten Gesellschaft.

Fällige Stufenentwicklung in der Sozialpolitik
Die bisherige staatliche Sozialpolitik steht auf einer veralteten Entwicklungsstufe, denn sie fördert lediglich Religionsgemeinschaften. Das ist korrekturbedürftig, weil es der gesellschaftlichen Entwicklung widerspricht. Aufgrund der Entkirchlichung der Gesellschaft gehört nur noch ein Bruchteil der Bevölkerung einer Religionsgemeinschaft an. Kirche und Gesellschaft gehen zunehmend getrennte Wege. So ist Konfessionsfreiheit ein wesentliches Merkmal der säkularen Gesellschaft geworden und hat damit Normativkraft erlangt. Im Zuge dieses grundlegenden soziokulturellen Wandels laufen das kirchlich-religiöse Gemeinwohlverständnis und dasjenige der säkularen, religiös-weltanschaulich pluralen und zunehmend konfessionsfreien Gesellschaft in grundverschiedene Richtungen. 

Mit der vom Institut für säkulare Ethik IFSE geforderten ausdrücklichen staatlichen Anerkennung und Förderung der Säkularität als Bezugs- und Orientierungspunkt für das Gemeinwohlverständnis der säkularen Gesellschaft in Form ihrer Verankerung auf Verfassungs- und Gesetzesstufe wird dieser Missstand behoben.

Für das Institut
Lars Habermann, lic.iur. HSG, Gründer und Leiter IFSE

 

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